Review: Detention

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Ursprünglich veröffentlicht am 22.Oktober 2012
Ansehen? Yup
Kaufen? Vielleicht

Kurz vor Ende der Highschool muss sich die militant aktivistische Aussenseiterin Riley und eine Gruppe grundverschiedener Nachsitzer mit einem Killer herumschlagen, der nach Vorbild des Films “Cinderhella 2″ (und der illegal aus dem Internet geladenen unfertigen Fortsetzung) Schüler abschlachtet.
Ausserdem gibts zeitreisende Bären, einen Sport-Jock der sich möglicherweise in eine Fliege verwandelt, einen meisterhaft debattierenden kanadischen Austauschschüler, eine geistig in den 90ern hängen gebliebene beste Freundin die zur Feindin wird, und einen seit 19 Jahren nachsitzenden Schüler, der das Ende der Welt auf ein Datum in der Vergangenheit prophezeit.

Je nach betrachtungsweise ist Detention entweder Scream auf LSD, Cabin in the Woods für ADS-erkrankte oder einer der dauerreferenzierenden Friedberg/Seltzer Filme (Epic Movie und ähnliche Verbrechen) mit Grips.
Aufmerksame Naturen werden schon in meiner Zusammenfassung Anspielungen auf Scream, Breakfast Club, die Fliege, Donnie Darko und anderen Filmen finden, und der Film rattert seine Anspielungen und Seitenhiebe geradezu im Sekundentakt herunter, was ab und zu den Film schon jetzt etwas veraltert wirken lässt (mit Witzen über Lady Gaga und Chatroulette), aber auch für viele Lustige Momente sorgt und sich nie darauf reduziert einfach nur seine Vorbilder geradewegs zu imitieren oder persiflieren.

Der Plot ist zeitweise komplett unverständlich und überfordert das Hirn mit seinen atemlosen Dialogen, flippigen Stil und konstanten Genrewechseln. Das ist für viele ein berechtigter Grund, den Film abzuwinken aber irgendwie macht das den Film in seiner Endlosen Detailversessenheit und wilden Wendungen auch irgendwie faszinierend. Wer sich drauf einlässt, kann wahrscheinlich noch beim dritten oder vierten Ansehen viel entdecken.

Regisseur Joseph Kahn (Macher des absurd schlechten Fast & Furious Plagiats Torque) holt vieles aus einem offensichtlich limitierten Budget, kann es aber nicht verstecken, und die Darsteller ergeben sich voll ihren absurden Stereotypen (was bedeutet das “Tribute von Panem/Hunger Games”-Co Star Josh Hutchinson hier viel weniger steif wirkt und das der sonst eher unerträgliche Comedian Dane Cook überraschend gut einen fast-straight-man hinbekommt)

Es ist ein zu recht polarisierender Film den ich niemanden uneingeschränkt empfehlen kann, und ich für meinen Teil war oft nacheinander oder auch gleichzeitig verwirrt, irritiert und sehr amüsiert. Wie ein Panzer der aus einer Altkleidersammlung gebaut ist ist Detention irgendwie vertraut, auf bizarre Art sinnlos aber definitiv einzigartig.