Review: Evil Dead

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Ansehen? Vielleicht
Kaufen? Vielleicht

Bevor die drogensüchtige Mia an ihrer Abhängigkeit, versuchen ihr Bruder und einige ihrer Freunde ihr mit einem kalten Entzug in einer abgelegenen Waldhütte. Diese wurde zuvor jedoch für ein grausames Ritual verwendet, und so entdeckt die Gruppe neben Kadavern und Gestank auch ein mysteriöses Buch voller reingekritzelter Warnungen vor selbigem. Da jedoch Mias Freunde zu einigen der dümmsten Vertreter der menschlichen Spezies gehören, liest einer von ihnen laut aus dem Ding vor und entfesselt einen Dämon, der nach und nach von den Charakteren Besitz ergreift und ihre Körper und Seelen mit äußerster Brutalität konsumiert.

Ich denke auch wenn es einladend ist ist es am vernünftigsten den Film für sich selbst zu nehmen statt als Remake eines Kultfilms, der vielleicht weniger von dem Endergebnis als dessen Produktionsgeschichte sowieso einzigartig ist.
Von dieser Seite betrachtet, ist Evil Dead ein mittelmäßiger Horrorfilm mit ein paar bemerkenswerten Eigenschaften. Positiv dabei ist, das der Film in seiner Inszenierung nichts zurückhält. Die Atmosphäre und die Bilder sind dreckig und ranzig, das man vom Ansehen allein gefühlt Wundbrand bekommt, und der Gore-Faktor ist so exzessiv wie schon lange nicht mehr bei einem Film auf diesem Produktionslevel. Das Make-Up ist fantastisch, was Blut, Verstümmelungen und Gewalt angeht hält der Film nichts zurück und schneidet erst lange nach anderen Genrevertretern, und trotz des extremen Splatters wirkt der Film nicht nur als pseudo voyeuristischer Folterporno und vermag auch Spannung aufzubauen. Auch wenn es schade ist, das einige Möglichkeiten für brilliante Schockmomente vergeudet wurden. „Der Schockierenste Film den du je gesehen hast“ ist es trotz einiger guter Momente sicherlich nicht.
Negativ jedoch ist wie unglaublich dämlich Skript und Charaktere sind. Zugegeben, bei einem Horrorfilm fällt es nicht so stark ins Gewicht und zu einem gewissen Grad müssen die Charaktere ein bisschen dümmlich sein, aber wow.
Der Film stapft unironisch in jedes Horrorklischee, das Cabin in the Woods letztes jahr noch so treffend parodiert hat, und die Motive und Aktionen der Charaktere sind so bizarr dämlich, das selbst ohne dämonischen Einfluss vermutlich nicht jeder die Waldhütten-Entzugstherapie überlebt hätte (was das an sich gute Set-Up für die Geschichte ein wenig nichtig macht). Es ist stellenweise sehr schwer, das ganze ernstzunehmen, weshalb ich das auch garnicht erst empfehle.

Alles in allem ist das Evil Dead Remake als Horrorfilm kompetent, wenn auch nichts besonderes, sieht man mal davon ab wie beeindruckend exzessiv das Blutbad und wie unglaublich dumm die Charaktere manchmal sind. Für Horror und Splatterfans ist es einen Kino oder Videothekenbesuch zwar wert, doch die Erwartungen an den Film als Remake oder als Horror-Meilenstein würde ich jedoch sehr weit zurückschrauben.