Review: Oblivion

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Nachdem die Erde gegen einen Alien-Angriff verteidigt, aber dabei so gut wie zerstört wurde, sind nur noch einige wenige Menschen dort, um übrige Ressourcen zu sammeln und sich um vereinzelte Überbleibsel der Agressoren zu kümmen, unter anderem der Mechaniker Jack Harper. Als jedoch eines Tages ein altes NASA-Raumschiff auf dem halbtoten Planeten abstürzt, scheinen die Dinge für Jack aufeinmal nicht mehr so eindeutig.

Ein schlechter Film ist es eigentlich nicht, aber angesichts dessen, das die komplette Handlung ein Flickenteppich aus anderen Science Fiction Filmen ist, neu und alt, mit Inspirationen von Silent Running bis hin zu Screamers, ist er schwer zu empfehlen.
Die wendungsreiche und überwiegend kohärente und stimmmige Story bietet nichts, was nicht andere Filme schon ein Dutzend Mal gemacht haben, oft besser. Ich konnte trotzdem den Film über weite Teile für das was er ist (wenn man ganz defensiv sein will, kann man ihn von miraus als „Homage“ betiteln), aber gerade Richtung Ende, das sich nicht zuletzt aufgrund eines zu diesem Zeitpunkt überflüssigen Flashbacks arg in die Länge zieht, hatte ich dennoch viel mehr Lust einen anderen Film zu sehen.

Immerhin: Der Film ist wirklich sehr hübsch. Joseph Kosinski tauscht zwar ein wenig von dem intensiven und coolen Stil ein, mit dem er sich bei Tron Legacy voll austoben konnte, aber dennoch: Die Erde, verwüstet aber teilweise von der Natur zurückerobert ist unglaublich fotogen so das man gerne jeden dritten Shot an die Wand hängen würde, und das Design von den weniger futuristischen Gebäuden, Vehikeln und Maschinen macht einen schönen Spagat zwischen Retro und iPod Optik. Der Soundtrack bietet eine ähnliche Mischung aus orchestral-imposant und retro-sci-fi-synthie (und erinnert so im Endeffekt auch hauptsächlich an den Soundtrack von Mass Effect)
Es gibt 2-3 coole Actionszenen (inklusive einem luftigen Dogfight, was ich immer zu schätzen wisse), der Rest ist irgendwie „Standard“

Tom Cruise ist…halt Tom Cruise (ergo: wenn man über sein Privatleben hinwegsehen kann ein ganz ordentlicher Schauspieler, der aber bis auf wenige Ausnahmen immer den selben drögen Protagonisten spielt…dies ist keine davon). Melissa Leo, Olga Kurylenko, Nikolaj Coster-Waldau und Morgan Freeman sind okay im Hintergrund, haben aber mangels Charakter wenig anzubieten.

Ich hoffe dieses Jahr bietet noch einige Science Fiction Filme, die eine stärkere eigene Identität und frischere Ideen bieten. Ist dies jedoch der Fall, ist Oblivion am Ende des Jahres schnell vergessen, wenn er nicht jetzt schon in den Köpfen der Zuschauer verblasst.
Handwerklich ist zwar kaum etwas dran auszusetzen, aber sonst ist der Film bestenfalls kurzweilig und ohne echte Gründe ihn besonders zu hassen oder ihn besonders zu mögen.