Review: Star Trek Into Darkness

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Ansehen? An sich schon
Kaufen? Nein

Nach James T. Kirks triumphaler Schnellbeförderung zum Captain im Zeitlinien-verdrehendem ersten Teil bekleckert sich die Crew der Enterprise im aktiven Dienst nicht gerade mit Ruhm. Als jedoch die Karriere der jungen Raumfahrer am Ende angelangt zu sein scheint, taucht ein mysteriöser Terrorist namens John Harrison auf, der scheinbar in allen Dingen überlegen seinen früheren Arbeitgebern in der Sternenflotte herbe Tiefschläge versetzt.
Als sowohl Sie als auch Kirk persönlich schwere Verluste erleidet, wird die Enterprise mit der gefährlichen und moralisch fragwürdigen Mission beauftragt, in einem Vergeltungsschlag Harrison zur Strecke zu bringen.
Als dieser Auftrag zunehmend kompliziert und aussichtslos wird, merkt der junge hitzköpfige Captain schnell, das ihm die Situation über den Kopf wächst.

Schonmal einen Film gesehen der durch eine einzige Szene irgendwie ruiniert wurde?

Moment…ich fang anders an.

Ich mochte Star Trek, oder Star Trek 2009, oder Star Trek Reboot, wie man es auch immer nennen will. Trotz eines eher schwachen Skripts machten die tolle Inszenierung und die fantastischen Darsteller die Schwächen des Films wieder wett und Lust auf mehr, was man zuvor überhaupt nicht über das Franchise sagen konnte.

Und die meiste Zeit funktioniert auch „Into Darkness“ ganz gut. Das tolle Cast ist immernoch intakt, und auch wenn diesmal nicht jeder seinen „designierten Heldenmoment“ bekommt, stimmt die Chemie unter den Darstellern, besonders natürlich Chis Pine’s Kirk und Zachary Quinto’s Spock und sorgt für jede Menge unterhaltsamer Momente und Dialoge. Überraschend und erfrischend fand ich zudem, das Simon Pegg’s „Scotty“ seinen eigenen Nebenplot bekommt und sich dort auf witzige Weise austoben darf.
Als Schurke kommt Benedict Cumberbatch neu dazu, der mich bisher mit seinen Auftritten in „Sherlock“ und „Dame König Ass Spion“ nicht enttäuschte und auch hier einen tadellosen Auftritt hinlegt. „John Harrison“ ist sowohl physisch und mental allen überlegen, was Cumberbatch in einen wunderbar arroganten und bedrohlichen Charakter packt, der jedoch auch neben theatralischen Fiesling getue auch ein bisschen mehr Tiefe zu bieten hat. Neben ihm bekommt auch Neuzugang Peter „Robocop“ Weller einen netten Auftritt. In diesem Aspekt ist der Film klar dem Vorgänger überlegen.

Bei der Inszenierung sieht es leider schon etwas anders aus. Für sich gesehen ist der Film da recht gut, aber vergleicht man es mit einigen eindrucksvollen Szenen aus dem Vorgänger, kann „Into Darkness“ diesem nicht so recht das Wasser reichen. Sprich, es gibt eine toller Eröffnungsszene die aber nicht so großartig ist wie die aus „Star Trek“, es gibt einige tolle Bilder die nie so sehr beeindrucken, es hat gute Musik die aber nie so eindringlich wirkt.

Und dann ist da der Plot.
In vielerlei Hinsicht auch eine Verbesserung gegenüber „Star Trek“, und auch mit einigen interessanten Aspekten gespickt. So hält sich der Film wie vielleicht zu erwarten gewesen wäre nicht zu lange mit der Terroristen Thematik auf sondern präsentiert einige nette Allegorien zum Kalten Krieg und behandelt thematisch Verantwortung und Moralität in der (militärischen) Pflicht. So weit, so gut.
Dumm nur, das den Schreiberlingen Kurtzman und Orchi Richtung Ende die Ideen oder das Papier zum Schreiben ausgegangen sind und sie sich dann zum Ende hin etwas hinrotzen, das selbst im Bezug dessen das sie auch „Transformers 2“ verbrochen haben, beschämend für die beiden ist.
Ich möchte es nicht verraten und spoilern, aber zum Ende hin entwickelt sich die Handlung vorrübergehend in eine „Homage“ zu einem älteren Star Trek Film, die jedoch so schamlos kopiert und von jedem emotionalen Impact befreit wurde das es so uninspiriert, unkreativ und feige wirkt wie ich es selten in Filmen gesehen habe und den gesamten Film (der mich über die weiteste Zeit unterhalten konnte) tief herunterzieht. Das halbgare Abkupfern von diesem anderen Film erinnert nur das der irgendwie besser war, und dass weder die Darsteller im Film noch die Fans es verdient haben, so billig abgespeist zu werden.
Und da das darauf folgende Finale ebenfalls nicht sonderlich spannend oder beeindruckend inszeniert wurde (besonders wenn man bedenkt das der Film auch keine anständige Schlacht zwischen zwei oder mehr Raumschiffen präsentieren konnte), was einen sehr bitteren Geschmack hinterlassen hat.

Star Trek Into Darkness hätte als Fortsetzung seinen Vorgänger in allen Dingen übertreffen sollen und beweisen, das die Macher gewillt sind, trotz der schwerwiegenden Vergangenheit des Franchises ihr eigenes Ding zu machen und mutig in neue Richtungen zu gehen.
Auch wenn er es nicht schafft, „Star Trek“ zu übertrumpfen, hatte ich die meiste Zeit über viel Vergnügen mit dem Film, doch als ihm dann vorzeitig die Ideen ausgehen und er auf das peinliche nachstellen alter Erfolge reduziert, wurde er dann doch schlussendlich zu einer Enttäuschung.
Wer es schafft, über sowas hinwegzusehen oder sich auf die Stärken des Films zu konzentrieren, der kann viel Spaß mit dem Film haben. Doch es wäre hier mehr und besseres drin gewesen.