Review: The Bay

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Ursprünglich veröffentlicht am 18.03.2013
Ansehen? Auf eigene Gefahr
Kaufen? Nein

Inszeniert als „Enthüllungsvideo“ einer vertuschten Katastrophe, zusammengeschnitten aus „geleaktem“ Bildmaterial und nacherzählt von einer Augenzeugin, handelt „The Bay“ von einem kleinen Amerikanischen Fischerdorf, dass während dem Tag der Unabhängigkeitsfeier von mutierten Parasiten heimgesucht wurden die sich auf grausame Weise aus ihren Opfern herausfressen. (Nebenbei sei bemerkt, das es die Viecher, genannt Cymothoa exigua wirklich gibt und sie tatsächlich die fiese Eigenschaft haben, die Zungen ihrer Wirte zu fressen und zu ersetzen, auch wenn sie natürlich in ihrer normalen Form kleiner und ungefährlicher sind. Netter Touch).

Als Freund von „Found Footage“ Horrorfilmen (von denen es zugegebenermaßen sehr wenige gute gibt), war ich sehr angetan von der Idee eine Horrorgeschichte mit Hilfe von verschiedenen Videoaufnahmen, Protokollen und Fernsehberichten zu erzählen, statt wie üblich durch die Linse einer einzigen Kamera.
Doch leider ist dieses launig im Stile von „Truther“-Verschwörungsvideos wie „Loose Change“ inszenierte Spektakel dank schwacher Story und schwachem Writing nicht das, was ich mir gewünscht habe.

Zwar hat der Film einige sehr effektive Szenen (insbesondere der konstante Blick auf ein hoffnungslos überfülltes Krankenhaus, in dem die infizierten Opfer reihenweise auf grausige Art wegsterben) und zeigt Stolz ein höheres Budget und bessere Effekte als man es von der Art von Film gewohnt ist, aber das hilft auch nicht über die Stumpfsinnigkeit vieler anderer Szenen weg. Konstant wird man erschlagen von der kaum getarnten aggressiven Botschaft des Films oder gelangweilt von einem Subplot über eine junge unwissende Famile auf dem Weg zur Katastrophe der nicht wirklich zu etwas führt oder genervt von redundanten Montagen und Flashbacks. Am schlimmsten ist jedoch die Protagonistin des Films, die auf eine kaum glaubwürdige Weise die Ereignisse nacherzählt und an den unpassensten Stellen „comedic relief“ bietet und allgemein zu uninvolviert agiert als das sie zur Stimmung des Films beiträgt.

Traurig das Barry Levinson, der mit „The Machinst“ einen eindringlich minimalistischen Thriller geschaffen hat, aus diesem ambitionierten Film keine Runde Sache machen konnte und ein bestenfalls mittelmäßiges Endergebnis abliefert.