Review: The Future

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Ursprünglich veröffentlicht am 15.Februar 2013
Ansehen? Vielleicht
Kaufen? Vielleicht

Als ein Pärchen in den Mittdreißigern beschließt, eine kranke, schwer hilfsbedürftige Katze zu adoptieren, wird ihnen bewusst, das die Zeit vor der Abholung vermutlich das letzte bisschen „Freiheit“ für ihr Leben bedeuten könnte und beschließen, in den letzten 30 Tagen ihr Leben zu überdenken und umzugestalten.
Prompt haben beide ihre ungeliebten Jobs gekündigt und neue Ambitionen gefunden, nur um schnell festzustellen, das sich diese in der Realität schwerer ausleben lassen als erahnt.

Miranda July, die hier sowohl Hauptdarstellerin als auch Schöpferin des Films ist, gibt diesem Film eine Art „magischen Realismus“, wie man es vielleicht aus solchen Dingen wie „Die fabelhafte Welt der Amelie“ kennt. Die kranke Katze ist die kratzige Erzählstimme, die Frau wird von einem Ihrer T-Shirts verfolgt und ihr Mann kann möglicherweise die Zeit anhalten. Doch diese quirlig-putzig-seltsamen Ideen werden hier mit der brutalen Realität auf Kollisionskurs gebracht. Die Träumereien des Pärches werden schnell als egozentrisch entlarvt, die Last-Minute-Lebensänderungen drohen schon im Ansatz zu scheitern (Die Art wie das angedachte Projekt der Frau durch Verunsicherungen und mangelnder Überwindung bereits im Entstehen scheitert, trifft unangenehm nahe an eigenen Erfahrungen, wo ich sicherlich nicht der einzige sein werde). Und am Ende führt die ganze Idee, wie soll es auch anders sein, nur zu Desastern.

Es ist ein erstaunlich depressiver Film, alles in allem, und auch wenn der Film mit seinen frechen Ideen manchmal interessante Sachen zu sagen hat und diese geschickt zu visualisieren weiß, so beißen sie sich doch sehr hart mit der gezeigten Handlung und können für jemanden, der nicht bei jedem bisschen visuellem Subtext gleich jubelnd vom Sitz aufspringt, nerven können.

So bleiben bei mir gemischte Gefühle zurück, da ich viele Einfälle sehr genossen habe, aber mich mit dem Gesamtprodukt nicht so ganz glücklich fühle.