Review: Ame & Yuki – Die Wolfskinder (Wolf Children)

Originaltitel: Ōkami Kodomo no Ame to Yuki
IMDB-Link
Ansehen? Ja
Kaufen? Yup
(vorraussichtlich ab Juli in Deutschland auf DVD)

Studentin Hana verliebt sich in einen anderen Studenten, der ihr bald eröffnet das er ein Werwolf ist (oder Wolfsmensch, was auch immer besser passt…der Film hat keine Horrorelemente oder so). Dies stört sie wenig und so heiraten die beiden und haben zwei Kinder, das Mädchen Yuki und später der Junge Ame, die ebenfalls halb Wolf halb Mensch sind.
Kurz nach der Geburt des zweiten Kindes stirbt jedoch Hana’s Mann, was sie alleine in einer kleinen Wohnung zurücklässt mit ihren zwei Sprösslingen die sowohl Welpe als auch Kleinkind sind, was sie bestmöglich vor der Welt geheimhalten will. Als sich die Probleme häufen und das Jugendamt und Co. skeptisch werden, zieht Hana aufs Land in der Hoffnung, in einer semi-autarken Lebensweise ein freies und relativ normales Leben mit ihren Kindern führen zu können.

Sicherlich ist die Handlung kitschig und niedlich. Aber dank der Autor und Regisseur Mamoru Hosada, der mit exzellenten Filmen wie „Summer Wars“, „Das Mädchen das durch die Zeit sprang“ und seiner Arbeit an „Samurai Champloo“ mein derzeit liebster Name in Sachen Anime ist, hat das ganze neben vielen leichten komödiantischen Elementen eine teils erstaunliche Tiefe.

Dem Titel und eigenen Vermutungen zum trotz konzentriert sich der Film mehr auf Hana als auf die beiden Wolfskinder und spielt ihr Mühsal als eine allein erziehende Mutter trotz des leichten, komödiantischen Tons kaum herunter und bietet einen überspitzten, aber dennoch emphatischen Blick auf das schwere Leben solcher Frauen. Auch wenn gesagt werden muss, das so auch ein tonaler Konflikt besteht, der die Aussagen des Films ein wenig verwirrt. So kompensiert der Film das nahezu existenzielle Drama damit, das Hana eine unglaubliche Superfrau ist die durch überzogene Japanische Zurückhaltung und unendlicher Entschlossenheit geradezu unmögliches vollbringt. Und das die auftauchenden sozialen Probleme, wie zum Beispiel mit dem Jugendamt, oft auf rasche Weise für immer gelöst werden, auch wenn sie eigentlich permanenter Natur sind (abgesehen davon das das Ende des Films diesbezüglich SEHR viele Fragen aufwirft).

So hat dankbarerweise der Film aber auch mehr zu bieten als das, und wirft im Zusammenspiel Hana’s mit ihren Kindern fragen darüber auf, wo die Erziehung enden und die Entscheidungsfreiheit der Kinder beginnen muss, und wie sie zusammen einen Platz im Leben finden müssen.

Nichtsdestoweniger ist aber der Film allen voran eine optimistische Slice-Of-Life Komödie, die viel Humor daraus zieht wie die Kinder teils als Wölfe und teils als Menschen erzogen werden und wie das gleich doppelt Probleme macht (besonders in jungen Jahren sind die Wolfskinder ein amüsanter Alptraum). Abgesehen davon ist es auch ein optisch absolut großartiger Film, mit detaillierten und wunderschönen Hintergründen und Landschaften, sowie starken Charakterdesigns, die trotz klarem, flachen Shadings recht facettenreich sind.

Es ist schwierig diesen Film mit Hosada’s anderen Werken zu vergleichen, doch wie auch immer man es aufwiegt, dies ist mal wieder ein gelungener Film der gekonnt Spaß mit einem gewissen Anspruch mixt und dabei toll aussieht.