Review: Ace Attorney

Originaltitel: Gyakuten Saiban

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Ursprünglich veröffentlicht am 13.09.2012
Ansehen? Yup
Kaufen? Kein Einspruch

Adaption der beliebten GBA/Nintendo DS Adventure Serie von Takashi Miike (Audition, Ryu ga Gotoku, Thirteen Assassins) um den Anfänger-Anwalt Phoenix Wright, der sich in einem eigenwilligen Justizsystem im Duell mit den Anklägern für das Unrecht seiner Mandanten kämpft.
In der Hauptsache hier eine Adaption des ersten Spieles, in dessen leicht veränderter Handlung es vornehmlich um den Mord an Phoenix Mentorin und dessen Hintergründe geht.

Auch wenn man es nicht unbedingt erwartet, es ist im großen und ganzen die bisher beste Verfilmung eines Videospiels bisher. Die Absurdität der Welt, der Charaktere und der gesamten Idee, Gerichtsdrama in einem Anime-artigen Licht zu präsentieren geht über bloße Parodie hinaus und lebt in seiner ganz eigenen Welt. Trotz dem vielen Humor wird aber auch nicht vor der manchmal düsteren Materie zurückgeschreckt.

Allgemein beweist Miike Liebe zum Detail und hält sich sehr nah an die Vorlage ohne sie zu kopieren, lässt sich aber auch Spielraum für einen eigenen Stil und eigene Ideen (und veralbert quasi seinen eigenen Film im Film in Form eines abgedrehten Flashbacks) und präsentiert das ganze sehr lustig und sehr sehr abgefahren.

Lob verdient zudem Phoenix Wright Darsteller Hiroki Narimiya, der sowohl als schusseliger Anfänger als auch als cleverer Investigator beweist, dabei ausgezeichnetes komödiantisches Timing hat und sein Gesicht verziehen kann das selbst Jim Carrey ihn Respekt zollen würde. Die anderen Anwälte im Spiel sind ebenfalls gut gecastet, nur manche Charaktere, insbesondere Detective Gumshoe, wirken einfach etwas seltsam.

Etwas gemischte Gefühle auch bei den englischen Untertiteln, einerseits ganz nett, das hier die Übersetzungen des Spiels beibehalten wurden, andererseits natürlich insbesondere für Aussenstehende umso seltsamer wenn man merkt das die gesprochenen Namen komplett anders sind als die im Untertitel. Ausserdem hatte die Übersetzung teils üble Grammatik und Rechtschreibfehler.

Alles in allem wie gesagt ein sehr unterhaltsamer und lustiger Film und darüber hinaus eine nahezu perfekte Umsetzung des Videospiels. Schon allein wegen der vielen Potenziell abgedrehten Justizvollzieher kann für mich eine Fortsetzung nicht früh genug kommen.

Review: Django Unchained

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Ursprünglich veröffentlicht am 22. Januar 2013
Leihen? Jo
Kaufen? Na sofort

Nachdem er vom deutschen Ex-Zahnarzt-jetzt-Kopfgeldjäger Dr. King Schultz im Austausch für Informationen befreit wurde, findet der als Sklave geborne Django gefallen daran Weiße für Geld zu erschießen, und nutzt seine neugewonnenen Fähigkeiten und die Unterstützung seines ungewöhnlichen Mentors um sich an Sklaventreibern zu rächen und bald darauf seine Frau Broomhilda (haha!) von Shaft (ha!) aus dem Besitz des sadistischen Plantagenbesitzers Calvin Candie zu befreien.

Django Unchained ist meiner Meinung nach Quentin Tarantino’s triumphale Rückkehr zum Erschaffen ehrlicher und unbeschämter B-Movie Homagen mit einem modernen Touch und einer Prise Cleverness.
Mit pre-Bürgerkriegs-Sklaverei als zentraler Angelpunkt werden hier klare Verhältnisse geschaffen, was eine Schwarz/Weiß Moralität des Themas angeht. Ungeschönt, aber auch nicht allzu exploitativ wird hier die volle Gnadenlosigkeit und schlichte Unmenschlichkeit im Umgang mit den Sklaven gezeigt und geklärt, was Recht und Unrecht angeht. Hier gibt es keine Kompromisse. Wer zwischen zwei Lagern steht, muss sich früher oder später entscheiden und die Konsequenzen tragen, was hier eigentlich immer in karthasischen Blutfontänen endet.
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Review: Ame & Yuki – Die Wolfskinder (Wolf Children)

Originaltitel: Ōkami Kodomo no Ame to Yuki
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Ansehen? Ja
Kaufen? Yup
(vorraussichtlich ab Juli in Deutschland auf DVD)

Studentin Hana verliebt sich in einen anderen Studenten, der ihr bald eröffnet das er ein Werwolf ist (oder Wolfsmensch, was auch immer besser passt…der Film hat keine Horrorelemente oder so). Dies stört sie wenig und so heiraten die beiden und haben zwei Kinder, das Mädchen Yuki und später der Junge Ame, die ebenfalls halb Wolf halb Mensch sind.
Kurz nach der Geburt des zweiten Kindes stirbt jedoch Hana’s Mann, was sie alleine in einer kleinen Wohnung zurücklässt mit ihren zwei Sprösslingen die sowohl Welpe als auch Kleinkind sind, was sie bestmöglich vor der Welt geheimhalten will. Als sich die Probleme häufen und das Jugendamt und Co. skeptisch werden, zieht Hana aufs Land in der Hoffnung, in einer semi-autarken Lebensweise ein freies und relativ normales Leben mit ihren Kindern führen zu können.

Sicherlich ist die Handlung kitschig und niedlich. Aber dank der Autor und Regisseur Mamoru Hosada, der mit exzellenten Filmen wie „Summer Wars“, „Das Mädchen das durch die Zeit sprang“ und seiner Arbeit an „Samurai Champloo“ mein derzeit liebster Name in Sachen Anime ist, hat das ganze neben vielen leichten komödiantischen Elementen eine teils erstaunliche Tiefe.
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Review: Stoker

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Ursprünglich veröffentlicht am 18.03.2013
Ansehen? Ja
Kaufen? Kann ich nur empfehlen

Der wohlhabende Architekt Richard Stoker stirbt am 18. Geburtstag seiner geliebten Tochter, der verschlossenen und etwas eigenen Außenseiterin India.
Zur Beerdigung taucht der ihr unbekannte und sehr mysteriöse Onkel Charlie auf um einige Zeit im Haus zu leben. Während ihre Mutter Evie den charismatischen Verwandten schnell als einen sehr willkommenen „Ersatz“ für ihren verstorbenen Mann empfindet, bleibt India skeptisch gegenüber dem eigentlich Fremden, der sich mit etwas zu sehr Interesse in ihr Leben drängt. Doch als India tatsächlich einige unheimliche Einblicke in die dunkle Seite ihres Onkels gewährt werden, entwicklelt sie eine zunehmende Faszination für ihn.
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Review: Iron Man 3

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Ansehen? Yup
Kaufen? Keine schlechte Idee

Den Ereignissen von „The Avengers“ folgend, ist Tony Stark aka. Iron Man in den Augen der Öffentlichkeit inzwischen zu einem nahezu symbolischen Helden geworden. Doch er selbst hat die Ereignisse nicht so gut verkraftet wie er denkt und leidet unter sporadischen Panikattacken und Flashbacks die dazu führen das er sich 100% obsessiv auf die Entwicklung neuer und besserer Iron Man Rüstungen konzentriert.
Als die USA von plötzlichen Bombenanschlägen und dem Auftauchen eines Terroristen namens „The Mandarin“ erschüttert wird, macht sich Tony selbst zum Ziel der Angriffe und endet ohne seine Technologien und Ressorcen gestrandet irgendwo im nirgendwo, gejagt von scheinbar übermächtigen Gegnern.

Iron Man 3 ist nicht unbedingt in einer beneidenswerten Situation und macht es sich auch nicht einfacher. Nicht nur, das es die theoretische Fortsetzung eines lange Zeit für unmöglich gehaltenen Filmprojekts ist, das in vielerlei Hinsicht unmöglich von Iron Man 3 getoppt werden kann, es ist auch noch der notorisch immer schwierige dritte Teil der jetzt auch noch beweisen muss, das die Marvel Superhelden Filme auch noch in ihren „Einzel-Held-Filmen“ sehenswert ist. Zudem ist der Film selbst wieder losgelöster vom größeren Marvel Universum (Tatsächlich ist es der erste Iron Man Film ohne einen Auftritt von Fan Favoriten Samuel L. Jackson als Nick Fury). Und im Verlauf seiner Handlung tut er sich auch keinen Gefallen gegenüber eingefleischten Comicfans, mit einigen dramatischen Änderungen gegenüber der etablierten Mythologie, die bereits durch viele negative IMDB Reviews „gerächt“ wurden (pun intended).

Aber, um meiner Meinung nach fair zu sein, objektiv gesehen waren die Iron Man Filme schon immer problematisch. Iron Man 1 wäre in allen Dingen ein mittelmäßiger Film würde er nicht gerettet werden durch das großartige Casting, allen voran eben Robert Downey Jr., und Iron Man 2 war nur eine mäßig zufriedenstellende Fortsetzung, die dank der Versprechungen des kommenden Avengers Films und etwas kompetenteren Actionszenen ursprünglich recht leicht davonkam.
Man kann sich durchaus darüber streiten, aber ich finde das Iron Man 3 glücklicherweise den richtigen Weg geht und sich hauptsächlich darauf konzentriert, Spaß zu machen, was zwar oftmals auf Kosten von Handlung und Logik geht, aber so gut unterhält das das erst im Nachhinein etwas stört, wenn überhaupt.
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Review: ParaNorman

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Ursprünglich veröffentlicht am 22. Januar 2013
Leihen? Yup
Kaufen? Oh ja!

Norman ist kein sehr normaler Junge. Nicht, weil er gerne trashige Horrorfilme guckt und Zombie Merchandise sammelt, sondern weil er Geister sehen und mit ihnen reden kann. Das macht ihn in seinem Dorf und sogar in seiner Familie zum Außenseiter, nur der selbst etwas wunderliche Neil und seine frisch verstorbene Oma verbringen gerne Zeit mit ihm.
Das wird nicht einfacher als ein alter Fluch droht Chaos und Angst zu verbreiten…und natürlich kann nur Norman was dagegen tun.
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Review: Indie Game the Movie

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Kaufmöglichkeiten auf der offiziellen Webseite (DRM frei, mit Untertiteln) oder per Steam
Ursprünglich veröffentlicht am 12.06.2012
Ansehen? Ja
Kaufen? Unbedingt

In dem in Sundance gezeigten und von der Presse gelobten Dokumentarfilm geht es um Indie Entwickler, genauer um Edmund McMillen und Tommy Refenes kurz vorm Release von Super Meat Boy auf Xbox Live Arcade, Phil Fish und seiner Arbeit an FEZ sowie Jonathan Blows Vergangenheit und Zukunft.

Wow, hat mir sehr gut gefallen. Tatsächlich viel besser als die andere große Gaming-Doku “The King of Kong”, vorallem, weil er nicht nur durch die dargestellten Personen authentisch wirkt, sondern sich auch darin nicht groß in umfangreiches Philosophieren oder schlimmer noch, erklären verwickelt. Abgesehen von einer kleinen Einleitung in die Welt von Indie Games (wow, ich kanns nicht fassen das der ganze Boom erst vor ein paar Jahren angefangen hat), versucht sich der Film selbsterkärend in die Bedeutung Dingen wie Metacritic oder einen Auftritt bei PAX, und stellt seine Entwicklung nach aussen hin über Ausschnitte und Szenen von Geek-Seiten wie Joystiq, Kotaku oder GiantBomb dar.
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