It’s a struggle, it’s a war
- Emphatie durch Spielmechanik

Es ist nicht einfach, als frisch immigrierter Mann seinen eigenen Zeitungskiosk aufrecht zu erhalten. Die Arbeit ist einfach, aber lang und monoton, und jeder Fehler wird bestraft. Jede versehentlich angerissene Zeitung ist ein Verkauf weniger, sich beim Wechselgeld zu verrechnen kostet Zeit, Kunden und Trinkgeld. Die Kundschaft ist schweigsam und ungeduldig…naja, hin und wieder sind ein paar freundliche Stammkunden bei…aber dann sind da auch diese Idioten, die täglich nach Sachen fragen, die ich offensichtlich nicht habe, und für andere, zahlende Kunden den Verkehr aufhalten.
Vielleicht lohnt es sich ja, ein paar Erfrischungsgetränke zum Verkauf anzubieten. Doch der Trip zum Großmarkt kostet Zeit, mehr noch wenn man das Geld für ein Taxi nicht aufbringen kann, und das für den Bus nur wiederspenstig ausgeben möchte. Vielleicht morgen…oder nächste Woche, wenn wieder ein bisschen mehr Geld zusammengespart ist.
Heute sieht es mit den Umsätzen nicht so gut aus, aber es ist schon spät. Schnell noch auf dem Heimweg Katzenfutter für Mr. Glembowski holen und eine Packung Zigaretten für die eigene Sucht (die man vielleicht mal überwinden sollte, aber das heftige Entzugs-Husten stört beim Arbeiten). Zuhause duschen, Zähne putzen, Bett. Surreale Albträume in der Nacht, reale Albträume am Morgen, wenn man merkt, dass man vergessen hat seine Verkäuferlizenz zu erneuern.
Aber es könnte schlimmer sein. Man könnte statt einer Katze ein Kind zuhause haben, um dessen Sorgerecht man kämpft und das seine eigenen, zeitaufwendigen Bedürfnisse hat…ganz zu schweigen von den ständigen Gerichtsterminen. Zu beneiden ist die Frau am Kaffeestand ein paar Straßen weiter wirklich nicht.
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Fez 2 und der traurige Stand der Spielepresse

Heute morgen musste ich überrascht feststellen, das FEZ 2, die unerwartet zur E3 angekündigte Fortsetzung zu FEZ, dem überaus erfolgreichen und gefeierten Puzzle Plattformer von Polytron, wohl genauso überraschend gecanceled wurde.

Der Grund dafür ist das Indie Entwickler Phil Fish, mehr oder minder alleiniger Inhaber von Polytron, sich nach einer lange andauernden Reihe von Beleidigungen etc. im Internet komplett aus dem Geschäft zurückzieht.
Der Tropfen der das Fass zum Überlaufen brachte? Marcus Beer, der als “Annoyed Gamer” eine Video-Kolumne auf Gametrailers.com hat und im Video-Podcast “Invisible Walls” mehrere Minuten lang Phil Fish und Jonathan Blow (der Macher des erfolgreichen Indie Spiels “Braid”) auf beleidigende Weise dafür kritisiert hatte, dass beide wehement eine Aussage über Microsofts dieswöchige Ankündigung gemacht hatte, das zukünftig jedermann Spiele für die Xbox One selbst vertreiben kann.

Dies führte promt zu einer Reaktion von Fish auf Twitter, wo er von Beer verlangte das er sich für seine Aussagen entschuldigen sollte, worauf Beer natürlich nicht einging und stattdessen die gesamte Twitter Diskussion in noch mehr Beleidigungen beiderseits eskalierte. Am Ende twitterte Fish “I fucking hate this industry” und veröffentlichte kurz darauf auf der Seite von Polytron, dass Fez 2 gecancelt ist mit den Worten

FEZ II is cancelled.
i am done.
i take the money and i run.
this is as much as i can stomach.
this is isn’t the result of any one thing, but the end of a long, bloody campaign.

you win.

…zu lesen hier: http://polytroncorporation.com/fez-ii-cancelled

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Not with a bang but with a whimper:
Die Indie Renaissance des Horrorspiels

Fragt man Fans oder Experten nach einigen der einflussreichsten Horrorfilme aller Zeiten, ist es wahrscheinlich das einer dieser Titel dabei genannt wird: Night of the Living Dead (“Die Nacht der lebenden Toten”), The Blair Witch Project, Evil Dead (nicht der hier, sondern das Original “Tanz der Teufel”) oder Paranormal Activity.

Über die Qualität mancher dieser Filme lässt sich sicherlich streiten, doch eines ist klar: Alle vier sind Eckpfeiler des Genres, die massive Erfolge feierten und Unmengen an weiteren Filmen hervorbrachten, die von diesen inspiriert waren oder direkt imitieren wollten…beides oft eher schlecht als recht.
Doch noch etwas haben diese Filme gemeinsam: Jeder dieser Filme war weit abseits der Hollywood-Blockbuster-Maschinerie, oft mehr Hobby-Projekt als Kino-Produktion, mit Budgets von ein paar tausend Dollar die große Studios alleine fürs Catering bezahlen würden. Doch spielten alle diese Filme ein vielfaches dieses Budgets ein und wurden massive Erfolge, nicht unbedingt durch die schauspielerischen Leistungen oder die aufwändige Inszenierung, sondern weil sie frisch und gewagt waren und Massen an Zuschauern anzogen, die nicht vom Massengeschmack von Fokusgruppen und wirtschaftlich orientierten Produzenten begeistert werden konnten.
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